HemoSurf - Hämatologische Labortechnik
Manuelle und maschinelle Zellzählung

Die maschinelle Zellzählung und Differenzierung

Kurzbeschreibung:
Der grosse Vorteil moderner Zellzählgeräte liegt darin, dass sie in kürzester Zeit eine sehr grosse Anzahl einzelner Zellen individuell untersuchen. Dies resultiert in einer sehr hohen Messgenauigkeit, was bei visueller Differenzierung im Mikroskop mit Auszählen von 100 - 200 Zellen nie erreicht werden kann. Durch stark weiterentwickelte Messtechnologien sind die modernen Zellzählgeräte zudem heute in der Lage, die meisten Zelltypen korrekt zu erfassen. Dadurch hat die Anzahl unklarer Resultate und damit die Zahl an Blutproben, die zusätzlich visuell im Mikroskop differenziert werden müssen, stark abgenommen.

Messprinzipien:
Bei allen modernen Zellzählgeräten wird das Hämoglobin nach Lyse photometrisch gemessen. Zur Zellzählung kommen zwei grundlegende Messprinzipien zur Anwendung. Die Geräte der Firma Coulter basieren auf dem Impedanz-Prinzip. Dabei wird über einer Öffnung (Aperture), durch welche Zellen hindurchtreten, eine Spannung angelegt. Jedes Mal, wenn eine Zelle die Öffnung passiert, kommt es zu einem kurzen Spannungsabfall. Aus der Grösse dieser Spannungsschwankung kann zudem auf die Zellgrösse geschlossen werden. Andere Zellzählgeräte, wie diejenigen der Firma Siemens und Sysmex, basieren (z.T. zusätzlich zum Impedanzprinzip) auf dem Prinzip der Durchflusszytometrie. Mit Hilfe einer hydrodynamischen Fokussierung werden dabei Zellen aus einer Zellsuspension nacheinander durch einen Laser-Messpunkt geführt. Aufgrund der Lichtstreuung kann wiederum auf die Zellgrösse geschlossen werden.

Zur Differenzierung der verschiedenen Leukozyten kommen noch andere Techniken zur Anwendung. Einige geräte benutzen Fluoreszenzfarbstoffe zur genaueren Charakterisierung der Zellen, andere setzen die Peroxydasefärbung ein. Wieder andere Geräte charakterisieren die Zellen mit Hilfe der Konduktivität, indem sie diese einer hochfrequenten Wechselspannung aussetzen.